Perfektes Sommergetränk! Grüner Tee gilt als besonders gesund, er enthält reichlich sekundäre Pflanzenstoffe, darunter vier sehr gesunde Arten der sogenannten Catechine. Sie schützen äußerst wirksam vor aggressiven freien Radikalen.

Aber für die optimale (und dann auch leckere) gesundheitliche Wirkung gilt es einiges zu beachten:

Auswahl des Tees

Zuerst einmal gibt es schon große Unterschiede bei den Grüntee-Sorten. So enthalten nach verschiedenen Untersuchungen die japanischen Grünntees deutlich mehr Catechine als beispielsweise die chinesischen. Unter den japanischen gibt es dann noch ganz besonders wertvolle Sorten. Dazu gehört der Sencha-Tee und der Gyokuro. Am besten kaufst Du grünen Tee aus erster Ernte („first flush“), da dieser den höchsten Gehalt an Catechinen hat. Zudem ist es gerade beim Grüntee wichtig, auf Bio-Qualität zu achten, um den meist hochgradig mit Pestiziden belasteten konventionellen Tees aus dem Weg zu gehen.

 

Richtige Zubereitung

Noch wichtiger als die Auswahl des Tees ist allerdings die richtige Zubereitung. Leider sind die erhältlichen Anleitungen fast aller, auch renommierter Firmen, durchweg falsch.

Wichtig beim grünen Tee ist zunächst die Wassertemperatur. Man sollte diesen Tee nicht heißer als 80 °C aufbrühen, sonst leiden die wertvollen Inhaltsstoffe. Damit den Tee kurz überbrühen (ca. 30 Sekunden), einmal durchschwenken und diesen ersten Aufguss wegschütten. Damit entfernst Du vor allem die Stoffe, auf die viele Menschen empfindlich reagieren. Außerdem werden viele Bitterstoffe herausgenommen, die den Geschmack enorm beeinträchtigen können. So schmeckt er auch Kindern besser.

Nun erneut mit dem 70 – 80 °C heißen Wasser aufgießen und jetzt 10 Minuten ziehen lassen. Die wertvollen Pflanzenstoffe werden erst bei einer Brühzeit ab 5 Minuten herausgeöst aus den Teeblättern – ganz ähnlich wie bei fast allen Kräutertees. Damit schmeckt der Tee nicht nur viel besser, er enthält auch bis zu 60-mal (!) mehr medizinisch wirksame Catechine als bei der Standardzubereitung, wie sie auf den Packungen abgedruckt ist.

Grüner Tee für Kinder?

Gerade durch die oben erklärte traditionelle Zubereitung wird der grüne Tee nicht nur sehr viel gesünder, er wird auch sehr viel verträglicher. Mit dem ersten Aufguss werden sehr viele Stoffe ausgeschwemmt, auf die Menschen negativ reagieren könnten. Auch die anregenden Anteile im Tee werden größtenteils entfernt, so dass es auch nicht zu Schlafstörungen kommt. Das Koffein ist bereits nach etwa 2 Minuten fast vollständig ins Teewasser übergegangen. Ein signifikanter Teil wird sogar schon nach 30 Sekunden gelöst, so dass es mit dem ersten Aufguss weggekippt wird. Also bekommen die Kids kein Koffein mehr ab.

Ein weiterer Vorteil dieser Zubereitungsart ist, dass der Tee sehr viel milder schmeckt. Er eignet sich dadurch auch als Basis für Mixgetränke für Kinder. Genaue Dosierungsangaben für Kinder gibt es leider nicht. Ich würde ihn für Kinder verdünnt empfehlen und davon ein bis zwei Tassen am Tag.

Noch zwei Tipps

Forscher untersuchten in einer experimentellen Studie, wie sich die Catechine in einem Modell verhalten, mit dem die Magen- und Darmbedingungen simuliert werden konnten. Üblicherweise sind Catechine im Darmmilieu instabil und zerfallen schnell. Man schätzt daher, dass nur etwa 20 Prozent der im Tee enthaltenen Catechine für den Körper verfügbar werden.
Die Forscher überprüften in verschiedenen Versuchen, wieviel von diesen nützlichen Vitalstoffen im Körper verwertet werden können und ob bestimmte Zusätze sie vor der Zerstörung schützen können. Bei den Tests entdeckte man, dass einige Lebensmittel die Catechine aus dem grünen Tee stabiler machen. Das galt für Orangen-, Limonen- und Grapefruitsaft. Am stabilsten aber blieben die Catechine beim Zusatz von Zitronensaft. Das erhöhte ihre verfügbare Menge um bis zum 13-fachen im Vergleich zu purem grünen Tee.

Daneben fanden die Forscher heraus, dass auch die Kombination mit Lebensmitteln, die den Pflanzenstoff Quercitin enthalten, die Aufnahme der Catechine verbessert. Quercitin ist ein ähnlich gesunder Stoff wie die Catechine und ist in Äpfeln, Zwiebeln, aber auch Kräutern wie Liebstöckel enthalten.

Zusammenfassung:

  • Auf die Sorte achten: japanischen Sencha oder Gyokuro
  • Erste Ernte
  • Bio-Qualität
  • 70-80 °C heißes Wasser
  • Ersten Aufguss nach etwa 30 Sekunden wegschütten
  • Zweiten Aufguss 10 Minuten ziehen lassen
  • Am besten vor oder nach dem Essen und mit einem Spritzer Zitronensaft geniessen

 

Ein Spritzer Zitrone macht grünen Tee offenbar noch gesünder. Der Zusatz sorgt dafür, dass die sehr gesunden Pflanzenstoffe aus dem Tee besser in den Körper aufgenommen werden können.

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Von |2018-08-21T11:43:48+02:00Juli 6th, 2018|Gut zu wissen, Harys Artikel, Themenmonat Juli|0 Kommentare

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