Ich weiß nicht, ob Ihr euch noch an die Zeit erinnern könnt, als es Gurken aus dem eigenen Garten gab? Und wenn man in so eine „alte“ Gurke gebissen hat, dann hat die leicht bitter geschmeckt. Ich weiß, das ist schon eine Weile her und heute können sich nicht mehr viele erinnern, das Gurken und viele andere Gemüsesorten früher deutlich bitterer waren, weil sie mehr Bitterstoffe enthielten.

bitterstoffe schnabel-aufWeil sich aber solche Gemüse schlechter verkaufen als die eher süßlichen, wurden ihnen die Bitterstoffe weggezüchtet.

Selbst Chicorée und Endiviensalat sind heute kaum noch bitter. Und da haben wir nun den Salat – ganz ohne Bitterstoffe. Dabei sind die so wichtig für unsere Gesundheit. Ich gebe zu, ich selbst mag diesen Geschmack (außer im Kaffee) auch nicht so wirklich. Aber ich bin mir dessen bewusst, und so esse ich regelmäßig gezielt bittere Sachen.

Mal mischen wir Radicchio in den Salat und erst gestern gab es eine Grapefruit ins Müsli. Aber ganz ehrlich, so richtig viele Lebensmittel mit Bitterstoffen drin gibt es nicht mehr. Außer man hält sich an die Apotheke der Natur, die Kräuter. Da gibt es schon noch ein paar, die es in sich haben.

Allen voran möchte ich hier das Tausendgüldenkraut nennen. Wir hatten es mal in einem Vortrag von mir herumgereicht, das ist mal wirklich bitter. Und seinen Namen hat es von der hohen Wertschätzung, die man ihm früher entgegengebracht hat. Es fördert wie alle bitteren Lebensmittel die Verdauungstätigkeit und regt die Bildung der Verdauungssäfte an.

Seine Wirkung ist so ausgeprägt, dass es zu den ganz besonders wertgeschätzten Heilpflanzen gehört. Es regt den Stoffwechsel an Schafgarbe schnabel-auf (1)kann so bei Übergewicht hilfreich sein. Zusammen mit Wermut kann es im Tee die Bauspeicheldrüse stärken, so dass es gegen leichte Formen von Diabetes helfen kann. Es ist schon seit dem Altertum eine sehr wichtige Heilpflanze, doch ist sie inzwischen so selten geworden, dass sie streng unter Naturschutz steht.

Eine Volksweisheit besagt

“Wermut ist für alles gut!” In den letzten Jahren wurde spannende Forschungsergebnisse zum Wermut veröffentlich.  Unter anderem soll er das Nachlassen der Gedächtnisfunktion bei Alzheimerpatienten aufhalten. (Wake, G., Court, J., Pickering, A., et al., Journal of Ethnopharmacology 2000, 69, 105-114) Das wusste wohl auch schon Hippokrates im alten Griechenland und setzte Wermut bei Menschen mit nachlassendem Gedächtnis ein.

Aber viele andere „Unkräuter“ können wir genauso verwenden. Vielleicht überlegt Ihr mal frische, zarte Löwenzahnblätter in den Löwenzahn Schnabel-auf (1)Salat zu mischen. Auch Gänseblümchen mit ihrem leicht bitteren Touch machen sich hervorragend im Salat. Das kommt bestimmt auch gut bei den Kindern an. Oder auch frische Blätter vom bei Gärtnern so unbeliebten Giersch. Aufessen statt ausstechen ist hier die Devise. Vom Spazierengehen könnt ich rauch einige zarte Schafgarbe grün Kinder schnabel-aufBlätter von der Schafgarbe mitbringen und so den nächsten Salat aufpeppen.

Eine andere Idee, wie ihr diese gesunden Muntermacher auch euren Kindern schmackhaft machen könnt, wäre ein wenig davon ins nächste Pesto zu mischen. Und es muss ja nicht viel sein, so dass der ganze Geschmack übertönt wird. Es reicht immer ein wenig, aber dafür halt mit einer gewissen Regelmäßigkeit.  Das wichtige ist, denke ich dass wir uns dessen bewusst sind und einfach immer wieder dran denken.

Noch ein Hinweis:

Der Versuch, den bitteren Geschmack mit Zucker zu übertünchen wird scheitern, weil wir die beiden Geschmacksrichtungen getrennt von einander wahrnehmen. Also spart Euch diese unnötigen Kalorien, man gewöhnt sich sehr schnell an den Geschmack. Natürlich könnt ihr den Drink auch verdünnt mit Wasser trinken.

Für die Mamas und Papas hier noch ein besonderer Tipp:

(Wichtiger Hinweis von Schnabel-auf: Bitte auf garkeinen Fall Euren Kindern geben, weil es Alkohol enthält)

Unser Tipp: Wala Bitter Elixier

Viele Menschen schwören auf ihr tägliches Gläschen Bitterelixier. Das könnt Ihr übrigens ganz leicht selber ansetzen, die Zutaten bekommt Ihr getrocknet in den meisten Apotheken:

10 g Löwenzahnwurzel

10 g Engelwurz-Wurzel

10 g Wegwartenwurzel

5 g Wermut

10 g Schafgarbenkraut

5 g frischen Ingwer

Alles zusammen in ein großes Schraubglas füllen und mit 0,7 Liter Schnaps (Doppelkorn oder Wodka) auffüllen. Dann regelmäßig schütteln. Nach etwa 4 Wochen ist das Elixier fertig. Dann nur noch durch einen Kaffeefilter abfiltrieren und in zwei oder drei kleinere dunkle Flaschen abfüllen.

Man kann das Bitterelixier einfach bei Bedarf ein Schnapsglas voll trinken, oder man kann damit beispielsweise zweimal im Jahr eine vierwöchige Kur machen, indem man jeden Tag 2x einen Teelöffel voll davon einnimmt.

Wer nicht so der Selbermacher ist, für den gibt es natürlich auch entsprechende Fertigprodukte. Ich mag sehr gerne das Wala Bitter Elixier. Es ist geschmacklich ganz in Ordnung und bei der Firma kann man sich auf gute Qualität verlassen.

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Von |2018-10-19T13:19:40+00:00August 20th, 2018|Ernährung und Einfluss, Harys Artikel, Themenmonat August|0 Kommentare

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