Kaum ein Ernährungs-Thema wird Familien so oft diskutiert wie der Zuckerkonsum. Welche Auswirkungen hat der Zuckerkonsum auf unsere Kinder? Gibt es so etwas wie einen Zuckerflash? Dass Kinder durch Zucker unaufmerksam, überdreht oder unkontrollierbar werden? Was daran ist Mythos, was ist Fakt?

Ist Zucker ungesund?

An der Antwort dieser Frage dürfte kein Zweifel bestehen: ganz klar Ja! Aber natürlich ist das eine Frage der Menge. Sicher kann man sagen, dass die Mengen an Zucker, die wir heute zu uns nehmen, ungesund sind. Und sicher ist auch, dass es praktisch keinen Unterscheid macht, welche Art Zucker es ist. Es ist also egal, ob es der böse weiße Haushaltszucker ist oder ob es der „gutes-Gewissen“ braune Rohrohrzucker ist. Auch Honig ist nicht besser.

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Es spielt für unsere Gesundheit nämlich so gut wie keine Rolle, ob im Zucker noch ein paar Mineralien enthalten sind oder nicht. Die überwiegenden Auswirkungen sind die auf unseren Hormonhaushalt. Wie oft brauche ich das Hormon Insulin, um den Zucker wegzuarbeiten und wieviel von diesem Hormon muss meine Bauchspeicheldrüse bei der Verdauung herstellen.

Gezielte Desinformation

Dass wir heute tatsächlich immer noch darüber diskutieren, obwohl die Fakten dazu seit mehr als 20 Jahren auf dem Tisch liegen, hat auch mit gezielten Desinformationen zu tun.

Im Deutschen Ärzteblatt war im Jahr 2018 ein interessanter Artikel zu diesem Thema zu lesen.

Darin wurde klar aufgezeigt, dass das Marketing der Zuckerindustrie sehr viel von der Tabaklobby abgeschaut hat. Man streut so lange Zweifel an einem ungesunden Produkt – und sei es mit falschen Behauptungen – bis keiner mehr weiß, was er wirklich glauben soll.

Auch auf Arte lief vor etwa zwei Jahren eine Dokumentation, die erschreckende Tatsachen über die Machenschaften der mächtigen Zuckerlobby aufdeckte. Vor allem die Verstrickungen mit der Politik führen dann halt zu einer sehr laschen Gesetzgebung.

Zucker ist kein Lebensmittel

Wenn wir die Geschichte der Menschheit betrachten, so stellen wir fest, dass wir Jahrmillionen gut ohne Zucker zurechtgekommen sind. Das einzige Süße, was unsere Vorfahren hatten, waren reife Früchte und vielleicht einmal im Jahr ein wenig Honig. Und wir stellen fest, dass es heute keinen Tag mehr ohne Zucker gibt.

Wir sind regelrecht süchtig nach der Süße.

Vielleicht wäre mal an der Zeit für eine „Zucker-Challenge“? Mal eine Woche lang keinen Zucker essen. Und natürlich auch keine Zuckerersatzstoffe. Wäre das heute überhaupt noch möglich? Versucht es mal. Soviel vorweg: ich habe es geschafft, dann solltet Ihr es auch hinbekommen.

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Zucker macht Stress bei Kindern

Doch zurück zur Ausgangsfrage: Was macht der Zucker bei unseren Kindern. Nun, ob diesen Zuckerflash wirklich gibt, ist nicht bewiesen. Was aber fest steht ist, dass Zucker Stress auslöst. Übrigens genauso wie alle anderen Kohlenhydrate, wenn wir sie dauernd uns zu viel zu uns nehmen.

Der Grund dafür ist die Geschwindigkeit, mit der der Zucker verdaut wird.

Zucker gelangt sehr schnell ins Blut. Dadurch wird eine schnelle und sehr hohe Antwort des Hormons Insulin provoziert. Die Folge davon ist, dass der Zucker sehr rasch wieder aus dem Blut verschwindet. Meistens so rasch, dass wir in den Unterzucker kommen.

Und dieses Gefühl kennt wohl jeder von Euch. Wenn es sehr schnell geht, kann das zu Unwohlsein, Zittern, Heißhunger und sogar Ohnmacht führen. Wenn es nicht so schnell geht, dann kommt einfach zwischendrin das Verlangen nach dem nächsten Zuckerschub in uns hoch. Wie sagt es uns die Werbung doch so schön: morgens, halb zehn in Deutschland brauchen wir ein zweites Frühstückchen …

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Dauerstress macht krank und dick

Diese ständigen Unterzuckerattacken nach dem Zuckerführen zu einer Art Dauerstress. Zahlreiche Hormone und Botenstoffe in unserem Körper geraten aus dem Gleichgewicht. Das ist bei Kindern besonders schlimm. Es entstehen chronische Entzündungen und schon bei Kindern nachweisbare Schäden an den Blutgefäßen.

Auch das Immunsystem kommt dadurch aus dem Tritt.

Die Folgen davon können wir überall sehen: eine deutliche Zunahme von Allergien. Aber auch die sogenannten Autoimmunerkrankungen stehen damit im Zusammenhang.

Und nicht zuletzt das Übergewicht, mit all seinen Folgen. Auch hier wurde nachgewiesen, dass Kalorien aus Zucker von unserem Körper tatsächlich anders verarbeitet werden als „normale“ Kalorien. Zuckerkalorien fallen sehr viel stärker ins Gewicht als Kalorien aus anderen Lebensmitteln. Und „Dank“ oben erwähnten Veränderungen machen sie auch schneller krank.

Was bleibt vom „Zuckerflash?

Ob es ihn gibt, weiß ich nicht. Was ich mir aber sehr gut vorstellen kann, das sind unleidliche Kinder. Kinder im Stress mit einem aus dem Lot geratenen Hormonsystem. Und dass die Kinder darauf sehr unterschiedlich reagieren können, ist auch klar. Die einen können sich nicht gut konzentrieren – das fällt uns in einer Unterzucker-Attacke ja auch schwer. Die anderen müssen den Stress rauslassen und sich austoben. Auch das kennen viele von Euch.

Zusammenfassend bleibt die Erkenntnis, dass Zucker in den Mengen, in denen wir ihn konsumieren sicher ungesund ist.

Er bleibt nicht ohne Folgen. Deshalb ist mein dringender Rat an die Eltern: gewöhnt Eure Kinder nicht von Anfang an an das „süße Leben“. Und wenn es dafür schon zu spät ist, dann schraubt den Zuckerkonsum langsam zurück. Vielleicht wäre die „Zucker-Challenge“ ein guter Einstieg?

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(Werbung) Und zum Schluss noch ein Lesetipp für alle, die sich näher mit dem Thema befassen wollen:

Garantiert Gesundheitsgefährdend von Hans-Ullrich Grimm

Es kostet als Taschenbuch 9,99 Euro und als Hörbuchdownload 15,45 Euro. Das Buch hat schon vielen die Augen geöffnet.



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