Kinder sollen gesund essen – und das am besten den ganzen Tag. Stimmt, diesem Satz gebe ich absolut recht. Und ich will das auch, ganz besonders stark sogar. Aber ich habe einen Fehler gemacht: Ich habe das auch meiner Tochter gesagt. Oft. Vielleicht zu oft? Und jetzt habe ich den Salat – den, der nicht gegessen wird. Also muss eine Lösung her, damit auch meine Tochter diese verflixten gesunden Sachen isst.

Was ist schon gesund?

Gemüse schnabel-auf.de

Ich habe eine große Erfahrung gemacht: Zu sagen „Iss bitte das, das ist gesund“, „Bitte auch was von den gesunden Karotten“, „Ach komm, Du musst doch auch mal was Gesundes essen“, das bringt alles nichts. Ganz im Gegenteil. So machen wir Eltern mit unserem guten Willen die gesunden Zutaten noch blöder als sie eh schon sind. Und so kann jede Mahlzeit eine Qual werden. Vor allem dann, wenn es eben hauptsächlich gesunde Gerichte gibt. Und das ist bei mir zu Hause der Fall. Bei Pizza, Pasta und Co führe ich natürlich keine Diskussion übers Essen. Aber das kann es ja nicht sein. Ich und mein Mann essen gesund und ich möchte natürlich auch die vielen guten Vitalstoffe im Körper meiner Tochter wissen. Aber die Vorbildfunktion zieht da gerade gar nicht und wir sind kein Einzelfall: Kinder verbinden nämlich mit dem Wort GESUND ganz schnell alles, was NICHT SCHMECKT. Warum?

Weil wir das Wort „gesund“ oft zum Gemüse äußern. Und Gemüse ist meist weder süß noch pink oder schaut aus wie saftiger Schokokuchen. Nein, es ist manchmal bitter, manchmal etwas scharf oder sehr neutral im Geschmack. Aber es ist gesund –   merkt Ihr was? Wir nehmen einen für Kinder nicht greifbaren Begriff, nämlich gesund, und sie formen sich nun in ihren Köpfchen das, als was sie den Begriff verstehen wollen. Süß erkennen sie durch den Geschmack, salzig ebenso und scharf ganz besonders. Aber wie sollen sie denn gesund schmecken? Würden wir zu jedem Gummibärchen dieses Unwort sagen, dann wäre das was ganz anderes.

Kinder bekommen woanders ja auch leckere und „nicht gesunde“ Sachen zu essen. Teilweise im Kindergarten, teilweise bei den Großeltern und auf Kindergeburtstagen, beim Zoobesuch und im Freibad. Da kommt das Wort „gesund“ gar nicht vor und die Pommes und das Schnitzel und der pappsüße Joghurt schmecken logischerweise. Ergo: das gesunde Zeug daheim kann gar nicht so gut schmecken. Ist doch logisch für einen Kindskopf. Und dabei war das mal anders bei uns. Als ich noch mehr “Kontrolle” hatte, gab es kaum andere künstlcihe Geschmacksnoten und da war das ganze ganz normal und natürlich. Doch wer will schon immer und ständig kontrollieren?

„Schmeckt das nicht?“ „Nein Mama, das war mir zu gesund.“

Ein Beispiel: Jeden Tag (seit ca. einem Monat) kommt die Pausenbox mit etwas nicht gegessenem GESUNDEM wieder aus dem Kindergarten zurück. Käsewürfel, Oliven und ein Salamistick: weggeputzt. Was bleibt: die gelbe Paprika und der grüne Kohlrabi. Und das wollen wir Mamas doch auf gar keinen Fall. Und dann frage ich: „Oh, mochtest Du das nicht?“ Antwort: „Nein Mama, das war mir zu gesund.“ Autsch. Meine Tochter Leni hat jahrelang gern Gemüse gegessen. Dann wurde sie schon etwas heikler und nun sind wir in der Phase: Was gesund ist, schmeckt nicht. Und dabei stimmt das doch gar nicht….

Gesund kann soooo lecker sein

Ja, das wissen wir Erwachsene, aber woher sollen das die Kleinen wissen? Ich habe das einfach falsch verbalisiert. Und nun ist das im Kopf verankert. Gesund schmeckt nicht. Na super. Herzlichen Glückwunsch liebe Mama, alles richtig gemacht.

Hier ist ein kleiner Ausflug an unseren Familientisch: Das ist ein nicht geplantes Handyvideo, als ich leckere Buchweizencrepes mit Lachs gemacht hab …. ich muss jedesmal neu lachen. “Mannomann Mama”. Trotz schlechter Qualität möchte ich es Euch nicht vorenthalten…

 

Ich sehe das also mit Humor, habe angefangen Gemüse zu verstecken z.B. in den leckeren Zucchini-Schoko-Muffins, im Pizzaboden und jetzt fange ich langsam an, das liebe Gemüse wieder offiziell zu etablieren.

Mein Ziel ist nämlich, dass ich diesen Begriff wieder neutralisieren will und vor allem den negativen Beigeschmack vom armen Gemüse wieder runternehmen möchte. Ich muss mich beim Gemüse ja direkt entschuldigen. Also versuche ich das Wort gesund aus meinem Wortschatz zu streichen. Es gibt nix Gesundes mehr am Familientisch. Es gibt nur noch Brokkoli, Paprika, Salat und Apfel.

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Mal sehen, ob es hilft. Und einen tollen Trick, wie Kinder spielend leicht Gemüse verdrücken, erzähle ich morgen!

 

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