plastikfrei schnabel-auf.de

Plastikfrei leben. Das Thema Plastik ist großes Thema – überall liest man davon, „Unverpackt-Geschäfte“ sprießen aus dem Boden und jedes Plastikteilchen wird verteufelt. Und ja, ich gehöre auch ein bißchen dazu. Gerade nach meinem Thailand-Urlaub ist mir das ganze Thema nochmal präsenter als davor. Denn wer einmal das Meer voll mit Plastmüll erlebt hat, dem wurden die Augen geöffnet. Doch mal ganz ehrlich. Ich für mich habe festgestellt, dass es einfach utopisch ist, komplett plastikfrei einzukaufen, geschweige denn plastikfrei zu leben. Deshalb meine Devise: Plastikarm. Ich habe Euch 5 praktische Tipps zusammengestellt, wie ich meinen Haushalt langsam aber sicher plastikärmer mache.

______________________________________________________________________________

Ein Strand voll Plastik

Thailand mit Kindern schnabel-auf.de
Der Strand in sauber

Bevor ich zu den Tipps komme, kurz meine Geschichte zum Plastikstrand. Wir waren über den Jahreswechsel in Thailand. Wir haben unsere Zeit in der Nähe von Ban Phe verbracht, dass ist am Festland vor Koh Samet. Während unserem Aufenthalt hatte der Süden Thailand mit Überschwemmungen und Hochwasser zu kämpfen. Wir haben das nicht mitbekommen – bis zu diesem Tag. Wir sind wir jeden Spätnachmittag für 1-2 Stunden zum Strand. Er war immer sauber und ich habe nicht einen Gedanken an das Plastikthema verschwendet. Doch auf einmal war der Tag voll voll voll mit leeren Flaschen, Deckeln, Schuhen, Getränkedosen, Plastikschnüren usw. Mir stockte regelrecht der Atem. 24 Stunden davor noch alles clean und dann das? Wenn sowas in nur einem Tag angespült wird, was schwimmt dann da alles draußen rum?

Plastik Thailnd schnabel-auf.de
Ein reiner Plastikstrand

Es war das erste Mal, dass ich so direkt mit dem Thema konfrontiert wurde. Und dann war klar, auch ich möchte konsequenter Plastik meiden. Wo es eben geht. Ich kann jetzt mein Leben nicht total verkomplizieren, um plastikfrei zu werden. Aber es gibt Kleinigkeiten, die ich und auch Du easy umstellen kannst. Ich probiere schon kräftig und bin erstaunt, wie leicht es geht.

Und bitte verfallt nicht in blinden Aktionismus – das Plastik, was Du schon hast, sollte auch da bleiben wo es ist. Nicht alles wegwerfen und dann neukaufen. Lieber bei Dir im Schrank anstatt im Meer. Aber alles was Du nachkaufst oder regelmäßig ersetzt, da kannst Du was machen. Ich denke da an Trinkflaschen, Zahnbürsten und Pasten, Plastiktüten esw.

Hier also meine Top5 für einen plastikärmeren Haushalt:

1. Obst und Gemüse einkaufen

Ja klar, das hast Du schon tausendmal gelesen oder gehört. Aber es ist einfach so. Am besten kommt das Plastik gar nicht erst ins Haus. Aber es gilt nicht, das Plastik vor dem Supermarkt zu entsorgen. Am besten unterstützt Du einfach die Hersteller, die schon mal auf Plastik verzichten und es gar nicht mehr da ist. Zum Beispiel kaufe ich kein Gemüse und Obst in Plastikverpackungen. Du weißt ja, dass das Plastik um die Biosorten deshalb dran ist, um a) eine klare Unterscheidung zu gewährleisten und b) die Deklarationspflicht so leichter erfüllt werden kann. Also: kauf es da, wo es eh nur Bio gibt, dann fallen diese Punkte weg und Du kannst es in wiederverwendbare Gemüesebeuteln einpacken. Gibt es mittlerweile von vielen Herstellern. Und ganz nebenbei ist das auch eine gute Idee für die Aufbewahrung.

Fang also mit kleinen Dingen an: kauf doch einfach mal Joghurt in der größeren Glasvariante als die Kleinen im Becher. Kann man zuhause portionsgerecht abfüllen – das macht wirklich sehr viel aus! Erst gestern habe ich mich sehr gefreut, dass ich Tomatenmark im Glas gefunden habe. Oder die Milch und Sahne in der Glasflasche. Und natürlich gibt es den Frischkäse nicht anders als im Plastikbehältnis und auch Müsli habe ich selten anders gesehen. Manche Firmen fangen an und dann kauf gern diese Variante. Aber geisel Dich nicht. Es geht nur das was geht – um den Grundgedanken und den Anfang geht es.

2. Einfrieren im Glas!

Ja das geht ernsthaft. Ich wollte erst auch nicht glauben, aber die liebe Andrea Maurer hat mich drauf gebracht. Danke dafür. Einfach die Marmeladengläser auswaschen und als Tiefkühlgefäß hernehmen. Was zu beachten ist, kannst Du hier lesen:

https://utopia.de/ratgeber/lebensmittel-einfrieren-im-glas-plastikfrei/

Und hier sparst Du ne Menge Plastik. Denn welche Mama ist nicht ständig am Vorkochen und einfrieren.

3. To Go – geht auch anders!

Flasche: Da muss ich gestehen, das habe ich noch nie verstanden. Diese kleinen 0,33 Flaschen. Ich bin es gewohnt seit Kindheit an eine Flasche daheim aufzufüllen und dann mitzunehmen. Und es gibt tolle Flaschen, die widerstandsfähig sind und ich habe meine seit Jahren und meine Tochter mittlerweile auch. Da mach ich auch gern Werbung: hier eine schöne Flasche von Kivanta (ich habe auch eine und sie hält einfach ewig):

Kivanta schnabel-auf.de

https://www.kivanta.de/trinkflaschen-shop

Brotbox: auch hier habe ich fast keine Plastikvariante mehr. Und damit habe ich angefangen, gar nicht weil ich plastikfrei sein wollte. Sondern weil ich zum einen den Geruch nach einiger Zeit nicht mehr ertragen habe. Ich finde einfach, Plastik nimmt Essensgerüche auf und Spülmittel. Und anstelle mir regelmäßig eine neue zu kaufen, gebe ich einmal mehr aus und habe eine gute Edelstahlbox. Due hält ewig. Einige Zeit hatte ich die Bambusvariante, aber auch die fand ich hygienisch einfach nicht so toll. Edelstahl finde ich persönlich hygienischer, es ist kein Mikroplastik im Essen und PLASTIKFREI – für Kinder super. Auch hier kann ich Dir meine empfehlen (Werbung – aber gute 😊 ):

https://www.kivanta.de/LunchBuddy-3-in-1-Edelstahl-Lunchbox-System

Kaffeebecher: ich finde die Erfindung von ReCup super. Unbezahlte Werbung!

ReCup schnabel-auf.de

https://recup.de/ Ja, es ist Plastik, aber zu 100% recycelter Kunststoff und er bleibt ja im Kreislauf. Wer die wegwirft hat das Prinzip nicht verstanden. Ich habe immer 2 Becher im Auto und kann mir damit jederzeit einen Kaffee unterwegs holen. Und auch für Grillfeiern, Partys etc. bietet es sich an. Ich habe mir einen ganzen Schwung gekauft und die werden zu jeder Party benutzt (weil wir Mamas ja auch ständig Party machen 😊) und dann wieder gewaschen und ab in Schrank. Geht für Kindergeburtstage, Urlaube zum Mitnehmen. Denn da muss ja kein Kaffee rein, kann ja auch Wasser oder Tee sein.

4. Aufbewahren mal anders

Hier geht es mir ähnlich wie bei der Brotzeitbox. Ich mag das Plastik auf Dauer einfach nicht. Deshalb liebe ich es große Glasgefäße aufzuheben und darin meine Sachen zu lagern. Gerade Tee, Kaffeebohnen etc. Am allerbesten natürlich anschließend in einem „Unverpackt-Laden“ auffüllen lassen, aber ganz ehrlich, das schaffe ich auch nicht zeitlich. Und das ist paradox eigentlich: man kauft es in der Plastikverpackung und füllt es dann daheim schön in Glas um und schmeißt das Plastik weg. Das ist doch nicht die Logik, oder? Salz habe ich zum Beispiel vor kurzem im Glas gekauft. Fand ich super. Regional und ohne Plastik. Also einfach mal Augen aufhalten, was es schon alles ohne Plastikverpackung gibt.

plastikfrei schnabel-auf.de

5. Ständig wechselnde Produkte austauschen

Das hier ist auch eine sehr effektive Variante, um auf Dauer Plastik zu vermeiden. Es gibt Sachen, die tauschen wir logischer Weise oft aus wie Zahnbürsten und kaufen sie nach, weil leer. Also habe ich angefangen auch dort nachzudenken, was denn plastikfrei gehen kann. Und es stimmt, im Bad ist es am einfachsten. Es gibt die Hartseife, anstelle von der Flüssigseife im Plastikbehälter oder diese plastikfreie Variante auf dem Bild. In dem Fall kann ich sie im Geschäft einfach nachfüllen lassen.

Zahnbürste: Zum Beispiel habe ich mittlerweile eine Holzzahnbürste und warum tauschen wir sie regelmäßig aus? Wegen Keimbefall. Hier ein Tipp: Steckt die Zahnbürste bei 60 Grad in die Spülmaschine. Kein Witz. Dann muss sie auch nicht so oft ausgetauscht werden. Wurde mir empfohlen und ich habe es schon einmal gemacht. Die Borsten sind nicht verbogen oder fransig. Also absolut 1 bis 2 mal machbar, bevor man wieder austauscht.

Zahnpasta: Zahnputztabletten. Und das aus vielen Gründen: Glutenfrei, was bei Zahnpasta echt ein Thema ist, kein Fluorid (hier ein Artikel dazu) und plastikfrei. Ich bin begeistert, probiere es einfach mal aus. Gibt es fast in jedem großen Biomarkt.

Strohhalme: Irgendwie geht es ja nicht ohne. Bei uns jedenfalls nicht. Und da würde sich die Edelstahlvariante anbieten! Bieten schon viele Händler an. Von der Glasvariante halte ich für Kinder nicht so viel.

Spielzeug: meine Tochter ist ein riesiger Playmobilfan und genau, das gibt es eben nicht aus Holz. Und das lasse ich ihr gern von Herzen. Hier empfinde ich es nämlich andersherum. Spielzeug aus Holz finde ich persönlich nicht so hygienisch. Dafür achte ich auf folgendes:

Schreibutensilien: Es gibt Papier, Malstifte, Knete usw. immer auch in einer nachhaltigen Variante. Achtet einfach mal drauf beim Einkauf.

Es gibt sicher noch zahlreiche andere Beispiele und ich habe vielleicht auch das ein oder andere vergessen. Aber das macht nix. Der Grundgedanke zählt: einfach beim nächsten Einkauf drauf achten, ob es das aus Plastik wirklich sein muss.

plastikfrei schnabel-auf.de
Ein altes Olivenglas als Teebehälter

Fazit: Ganz plastikfrei geht nicht, plastikarm finde ich in der heutigen zeit ein MUSS. Und ja es macht was aus, wenn wir mit Kleinigkeiten anfangen. Und auch wenn wir nur ein Pups auf der Weltkarte sind. Du weißt genau welche Macht ein Pups haben kann, jemand umzuhauen!


Print Friendly, PDF & Email
Teile diesen Beitrag 🙂
Von |2019-03-31T18:17:30+02:00Februar 4th, 2019|Allgemein, Gut zu wissen, Saras Artikel, Themenmonat April|0 Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar