Thomas Federkiel schnabel-auf.deThomas Federkiel ist ein Auftraggeber von Sara. Thomas (44) leitet die Agentur “Federkiel&Partner“, welche Unternehmen bei der Digitalisierung ihres Marketings und Vertriebs unterstützt. Zu Thomas Aufgaben zählen innerbetriebliche Organisation, Personalführung, Geschäftsentwicklung, Kundenberatung und Projektsteuerung. Und dann ist da natürlich noch die Familie mit Michaela Federkiel. 

2 Kinder haben die beiden im Alter von 3 und 5 Jahren. Thomas ist im Durchschnitt 9 Stunden pro Tag arbeiten, bringt die Kids davor aber noch in den Kindergarten. 1 bis 2 mal sieht er die Kinder abends nicht mehr im wachen Zustand, da bleibt dann nur nach das Küßchen auf die Wange der schlummernden Kinder.

Und Papa Thomas ist ganz schön sportlich. Zu seinen Hobbies gehören Mountainbiken, Snowboarden und Windsurfen. Dazu hat er auch einen sportlichen Familienblog: www.biken-mit-kids.de. 

Und nun zum Interview:

Thomas Federkiel Papa-Interview schnabel-auf.de1. Du hast neben Deiner Familie einen anspruchsvollen Beruf mit viel Verantwortung – wie gehst Du mit der Doppel-Verantwortung um?

Das ist teilweise schon schwierig. Als selbständiger und motivierter Unternehmer mit vielen Visionen schlagen natürlich zwei Herzen in meiner Brust. Einerseits die Familie und andererseits das Unternehmen, in dem ich ja fast auch so eine Art „Papa“ bin und für andere Verantwortung tragen muss. Dann habe ich auch noch eine Power-Frau geheiratet die auch ihr Ding machen will. Da kommt es schon oft zu Terminüberschneidungen und wir müssen uns immer gut abstimmen. Lösen können wir es durch fleißige Omas und Opas und eine Babysitterin. Dadurch, dass mein Weg zum Büro gerade mal 10 Minuten ist, habe ich jeden Morgen und meistens Abends die Möglichkeit meine Kinder zu sehen. Am Wochenende bin ich eigentlich meistens zuhause. Daher ist auch ausreichend Zeit für die Kinder da. Wäre die Wohn-/Arbeits-Situation eine Andere, würde sich das wesentlich schwieriger gestalten.

  1. Was hat sich für Dich positiv am allermeisten geändert, seitdem Du ein Kind hast und was ist manchmal anstrengender als früher?

Thomas Federkiel Papa-Interview schnabel-auf.deDinge die mich vor den Kindern total genervt haben, erscheinen mir jetzt häufig nebensächlich. Irgendwie begreift man mit Kindern, dass es da etwas viel Größeres und Wichtigeres gibt als Arbeit, Karriere, Ansehen und Geld. Anstrengend ist natürlich die Doppelbelastung. Wir Väter von heute leben in einem gleichberechtigten Umfeld. Es wird von uns selbstverständlich erwartet, dass wir uns um die Kinder kümmern, bei der Erziehung mitwirken, zu den Elternabenden gehen, uns an der Hausarbeit beteiligen usw. Das ist auch völlig ok. In Kombination mit einer Arbeitswelt, die hier teilweise noch nicht so flexibel ist, führt dies allerdings schon zu einer immensen Doppelbelastung. Ich kann mich nicht einfach mal am Sonntag 2 Stunde auf die Couch setzten und Zeitung lesen, wie mein Vater das immer getan hat. Da würden entweder zwei Kinder auf mir herumturnen oder meine Frau hätte eine Aufgabe für mich. Aber wir haben das alle so gewollt! Manchmal finde ich es wirklich schwierig was vom „modernen“ Vater gefordert wird. Wenn man aber erlebt was die Frauen leisten, ist es auch wieder schnell kompensiert und auch gut so. Meine Kinder haben eine deutlich tiefere Beziehung zu mir, als die die wir noch zu unseren Vätern hatten. Das ist die Belohnung, das Geschenk für alle Mühen.

  1. Was ist oder war für Dich gerade anfangs die größte Herausforderung und wie hat sich das im Laufe der Elternschaft geändert?

Die größte Belastung war für mich eigentlich die völlig neue Lebenssituation nach der Geburt unseres ersten Kindes. Wenn heute eine hoch gebildete Business-Frau auf einmal das Gefühl hat nur noch eine Fütterungsmaschine zu sein, dann führt das schnell zu Konflikten. Wir mussten hier erst unsere Positionen finden und lernen mit den neuen Gegebenheiten um zu gehen. Wir haben das aber mittlerweile gut gemanaged und die „Firma“ Familie funktioniert. Persönlich vermisse ich eigentlich am meisten die Spontanität. Also z. B. einfach mal im Bett zu bleiben und um 10 Uhr zu überlegen was man jetzt machen will. Unsere Kinder haben da schon immer vorher einen Plan für uns. 🙂

  1. Siehst Du Dich in Deinen Kindern wieder und berücksichtigst Du das in Deiner Erziehung? Also bist Du zum Beispiel aufbrausend und versucht genau das nicht zu vermitteln oder versucht Du Deine Talente weiterzugeben?

Thomas Federkiel Papa-Interview schnabel-auf.deNein, in meinen Kindern sehe ich mich bisher nicht. Aber in der Erziehung, gerade dann wenn es um Autorität geht, bemerke ich häufig dass ich die Muster meiner Eltern an den Tag lege. Das ist schon spannend. Die eigenen Leidenschaften zu vermitteln ist natürlich für Väter an ihre Söhne das Größte. Vor allem hatte ich in diesem Sommer Spaß mit meinem Sohn die ersten echten Trails mit dem Mountainbike zu fahren. Oder in Bike Parks und Pumptracks gemeinsame Runden zu drehen. Jetzt im Winter werden wir sicher wieder gemeinsam Skifahren gehen oder vielleicht stelle ich ihn auch mal auf ein Snowboard. Gleiches erlebe ich auch in meinem Freundeskreis bei Vätern mit älteren Kindern. Was gibt es schöneres wie seine Begeisterung für irgendwelche Dinge mit seinen Kindern zu teilen.

  1. Würdest Du an Deiner beruflichen Situation gerne etwas ändern?

Im Moment bin ich sehr zufrieden. Wir leben eine sehr gute Work-Live-Balance an einem der schönsten Flecken in Deutschland. Sicher könnte ich aber z. B. in Frankfurt odr Berlin mehr verdienen. Aber was will man da auch außer arbeiten! 😉

  1. Würdest Du gerne an deiner privaten Situation etwas ändern z.B. mehr Sport?

Ja, klar. Mehr Zeit für Sport wäre immer schön. Vor allem würde ich total gerne wieder mehr Windsurfen. Aber das ist mit der Familie und der Firma immer sehr schwierig zu vereinen.

  1. Was geben Dir die Kinder am meisten emotional? Hat sich Deine Sicht auf bestimmte Dinge geändert?

Die Themen Nachhaltigkeit und Gesundheit bekommen eine andere Gewichtung wenn man Kinder hat. Das erleben ja viele Familien. Plötzlich geht es nicht nur noch um einen selbst, sondern auch um seine Nachkommen.

  1. Welche Eigenschaften sind Dir wichtig an Menschen und insbesondere an Deinen Kindern?

Schwere Frage, da habe ich noch nicht wirklich darüber nachgedacht. Ich würde jetzt so aus der Hüfte geschossen aber sagen Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Rücksicht.

  1. Wir, schnabel-auf.de, sind ja ein Blogazin rund um gesunde Kinderernährung. Welchen Stellenwert hat bei dir eine gesunde Ernährung und wie bringst du deinen Kindern einen gesunden Umgang mit dem Essen bei?

Wir achten sehr stark darauf was wir essen und zeigen unseren Kindern wo unsere Lebensmittel her kommen. Sie sollen Achtung vor dem haben, was sie essen. Das ist nicht möglich wenn sie nur Plastikpackungen aus dem Supermarkt kennen. Glücklicherweise können wir hier in der Region zuschauen wie Salat und Rüben wachsen, wie man Fische fängt und wie aus einem Kälbchen eine Kuh wird und aus der Kuh das Steak. Das alles gehört zu unserer Nahrungskette und wir wollen nichts beschönigen.

  1. Hast du ein Lieblingsrezept für uns?

Ehrlich gesagt habe ich noch nie sehr gerne gekocht. Zum Glück übernimmt das fast immer meine Frau. Wenn Papi kocht gibt’s fast immer Nudeln oder Pfandl. Beides lieben übrigens auch die Kinder. Pfandl ist einfach alles was man im Kühlschrank findet, Ei drüber, verrühren und rausbraten. 🙂

Für die raffinierteren Gerichte und die gesündere Ernährung fühlt sich zum Glück meine Frau verantwortlich.

Vielen Dank lieber Thomas für Deine ehrlichen Antworten!

Und hier geht es zu den anderen Papa-Interviews:

ein Blogger-Papa

ein alleinerziehender Papa

der typische Wochenend-Papa

Viel Spaß beim Lesen!

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Von | 2018-12-01T22:54:21+00:00 November 22nd, 2018|Allgemein, Papa-Interview, Saras Artikel, Themenmonat November|0 Kommentare

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