Ihr habt die ersten 5 Tipps und Facts von Doc Hary zum Thema Sonnencreme schon gelesen? Na dann kommen hier 5 weitere interessante Fakten:

Fakt 6: Sonnencremes beschädigen den Autolack

Fast jeden Sommer berichten die einschlägigen Fachmagazine über dieses Phänomen. Wenn Eure Kinder mit den Händen voll Sonnencreme auf dem Auto rumtapsen, dann solltet Ihr schnell mit dem Lappen zur Hand sein.  Diese Sonnencremeflecken brennen Sich nämlich bei Sonnenbestrahlung regelrecht in den Lack und lassen sich nicht mehr entfernen.

Die Fachhochschule Niederrhein in Krefeld hat deshalb verschiedene Sonnencremes auf einem Standardautolack aufgetragen. Anschließend wurden diese Wärme und UV-Strahlung ausgesetzt. Das Ergebnis: Jede Sonnencreme hat im Lack Spuren permanente hinterlassen. „Die Sonnencreme ist ähnlich wie auf der Haut in den Lack eingedrungen. Der Lack quillt auf, und es entstehen dicke Runzeln auf der Oberfläche”, warnt Professor Thomas Brock von der Fachhochschule in Krefeld.

Jetzt wird es erst spannend, denn wenn man bei der Autoindustrie nachfragt wird die Schuld dem Schweiß zugewiesen. Es heißt, das Phänomen würde bei allen Cremes auftreten. Die FH Niederrhein hat daraufhin weitere Tests durchgeführt. Ergebnis war, dass der Schweiß überhaupt nichts damit zu tun hat. Die Reaktion tritt speziell bei Sonnencremes auf. Wer sich jetzt wundert, was das Ganz mit unserer Gesundheit zu tun hat, der kann entweder einmal scharf nachdenken – oder den nächsten Abschnitt lesen.

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Fakt 7: Sonnencreme kann Hautkrebs begünstigen

Wenn Sonnencremes sogar Autolack angreifen kann, was passiert dann erst mit unserer Haut? Wer beim Lesen der ersten 6 Fakten aufmerksam war, wird hier einige der Argumente wiederfinden. Es gibt einige Untersuchungen, die den Schluss nahelegen, dass vor allem die Sonnencremes, die auf chemische Filter setzen und Erdölprodukte enthalten, die Entstehung von Hautkrebs nicht verhindern, sondern sogar fördern können.

Wenn wir die Fakten von vorne ordnen, stellen wir fest, dass der schwarze Hautkrebs zuerst bei Kaminkehrern im 19. Jahrhundert gefunden wurde. Aber nicht, wie Ihr vielleicht jetzt vermutet, im Gesicht oder an den Händen, wo sie dauernd der Sonne ausgesetzt waren. Der Hautkrebs trat vor allem unter der Hose im Bereich des Schritts auf. Als Grund entdeckte man hochgiftige chemische Substanzen im Kamin-Ruß, die sogenannten polycyclischen Kohlenwasserstoffe (PAKs). Sie entstehen bei Hitze aus Holz, Kohle und Öl und werden nach Untersuchungen des Bundesinstitutes für Risikobewertung besonders gut über die Haut aufgenommen. Die Kaminkehrer damals saßen bei der Arbeit über den Kaminen und so war der Schritt mit diesen giftigen Stoffen besonders belastet.

Genau diese PAKs entstehen auch bei Sonnencremes mit Bestandteilen aus Erdöl. Wie wir oben schon gehört haben, wandeln chemische UV-Filter die Strahlung in Wärme um. Allein beim „braten“ in der Sonne können schnell Temperaturen von über 60 Grad Celsius auf der Haut entstehen. Dann entwickeln sich auch die giftigen PAKs. PAKs sind beim Menschen eindeutig krebserregend (z.B. Lungen-, Kehlkopf-, Hautkrebs), auch die Fruchtbarkeit kann geschädigt werden.

Erschwerend kommt dann noch der durch die Sonnencremes mitverursachte Vitamin-D-Mangel dazu, der die Krebsentstehung zusätzlich begünstigt.

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Fakt 8: Wasserfest heißt nicht wasserfest auf ewig

Ein Meter unter der Wasseroberfläche beträgt die UV-B-Intensität noch 70 Prozent. Vor allem Kinder und Wassersportler brauchen einen wasserresistenten Sonnenschutz. Der Gesetzgeber schreibt vor, dass eine Sonnencreme als „Wasserfest“ bezeichnet werden darf, wenn nach 40 Minuten im Wasser noch die Hälfte Schutz vorhanden ist. Wer also viel im Wasser planscht, darf auch bei „wasserfester“ Sonnencreme nicht mehr viel Sonnenschutz erwarten. Das Beste ist also sich und die Kinder nach jedem Badegang erneut eincremen – auch bei wasserfesten Cremes.

Fakt 9: nicht einmassieren

Das mag jetzt eine schlechte Nachricht für alle Casanovas sein: Sonnenschutzmittel sollten sanft aufgetragen werden und dürfen auf keinen Fall fest einmassiert werden. Es besteht dann kaum ein Unterschied zu gar nicht eingecremter Haut, fanden britische Forscher heraus. Die Forscher vermuten, dass sich bei zu kräftigem Einmassieren ein großer Teil der Creme in Schweißdrüsen und Falten sammelt. Es kann auch sein, dass der UV-Filter seine Eigenschaften durch das tiefere Eindringen in die Haut verändert.

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Fakt 10: Kleidung schützt vor Sonnenstrahlung

Das stimmt zwar, der Schutzeffekt ist aber bei weitem nicht so hoch, wie Ihr möglicherweise denkt. Ein weißes T-Shirt hat je nach Gewebe etwa einen Lichtschutzfaktor von 4-10. Im Wasser hat es fast gar keinen zusätzlichen Schutzeffekt mehr. Je dunkler der Stoff, desto höher der Lichtschutzeffekt.

Auch im Schatten eines Sonnenschirmes  oder im Halbschatten eines Baumes ist die UV-Belastung ähnlich. Deshalb solltet ihr immer verschiedene Schutzmaßnahmen kombinieren.

Um Euch das zu verdeutlichen zum Abschluss noch eine kuriose Meldung aus einem Fachmagazin: Dort wird empfohlen, selbst im Flugzeug eine Sonnencreme aufzutragen. Als Begründung wird die erhöhte Belastung mit UV-Strahlung vor allem an den Fensterplätzen herangeführt. Offenbar hält selbst eine herabgezogene Sonnenblende nur einen Teil der UV-Strahlung ab. Bei einem mehrstündigen Flug könne hier einiges an Strahlung zusammenkommen, meint der Bericht.

  • Infobox

  • Euren Hauttyp und den der Kinder beachten

  • Sonnenschutzmittel sind kein Freibrief für ausführliches Sonnenbaden

  • Bei Kindern eine Kombination von physikalischer Creme, Kleidung und Schatten anwenden

  • Mehr als 10 Minuten Mittagssonne im Sommer meiden

  • Sonnenbrand in jedem Fall vermeiden

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