Wenn Ihr mal die letzten einhundert Jahre zurückblickt werdet Ihr feststellen, dass sich unsere Ernährung deutlich geändert hat – und die Kinderernährung ebenso. Es hat sich geändert was wir essen, wieviel wir essen und welche Qualität wir essen. Wenn wir aber noch weiter zurückblicken, werden wir verstehen, warum uns das, was wir heute essen, so viele Gesundheitsprobleme bereitet.

War früher alles besser?

Dafür will ich mit Euch zuerst ein kleines Gedankenspiel machen:

 

Blaubeeren schnabel-auf.de (Kopie)Früher vs heute schnabel-auf.de (Kopie) Stellt Euch mal einen Steinzeitmenschen vor und was der so gegessen hat. Und jetzt nehmen wir an, dieser Steinzeitmensch hätte die Wahl, ob er heute eine Hand voll Heidelbeeren isst oder eine Nussecke (wenn es die denn schon gegeben hätte).

Wofür glaubt Ihr würde sich der Steinzeitmenschen entscheiden?

Für die Heidelbeeren oder für die Nussecke?

 

Nun, wer meinen Artikel über das Lernen von gutem Geschmack aufmerksam gelesen hat, kann die Frage leicht beantworten. Der Steinzeitmensch würde sich ohne viel Zögern wohl für die Nussecke entscheiden. Denn sein Problem war jeden Tag genügend Kalorien zum Überleben ran zu schaffen. Deshalb hat die Natur uns ein Belohnungssystem gegeben. Unser Gehirn schüttet immer dann Belohnungs- und Zufriedenheitshormone (z.B. Dopamin) aus, wenn wir besonders kalorienreiche (energiedichte) Lebensmittel essen. Das ist leider heute immer noch so.

 

Die Zielsetzung beim Essen hat sich geändert

Um genügend Nahrung zu bekommen, musste der gute Mensch damals jeden Tag etwa 20 Km Laufen und hat dabei etwa 5000 kcal jeden Tag verbraucht. Da wären ihm die 500 kcal aus so einer Nussecke gerade recht gekommen. Da er aber keine Nussecke zur Verfügung hatte, drängt sich doch die nächste Frage in diesem Gedankenmodell auf: wie viele Hände voll Heidelbeeren hätte der Mensch denn essen müssen, um auf die Kalorienzahl der Nussecke zu kommen?

Die Antwort ist: er hätte etwa 15 (!) Hände voll Heidelbeeren essen müssen, um etwa 500 kcal zu essen. Fällt Euch etwas auf?

Das Problem unserer Vorfahren war nicht, jeden Tag genügend Vitamine und andere Vitalstoffe mit ihrem Essen aufzunehmen. Davon hatten sie jeden Tag ganz automatisch überreichlich. Ihre Aufgabe war es, jeden Tag genügen Energie zu bekommen.

Das hat sich speziell in den letzten hundert Jahren dramatisch geändert. Da wir uns nur noch sehr wenig körperlich betätigen, hat sich unser Energiebedarf stark verringert. Noch um das Jahr 1900 hatten die Menschen einen Bedarf von etwa 3500 kcal jeden Tag. Heute sind wir da bei etwa 2000 bis 2200 kcal täglich. Mit anderen Worten: Unsere Aufgabe besteht heute nicht mehr darin, jeden Tag möglichst viele Kalorien zu essen (auch wenn es bei manchen noch so aussieht), unsere Aufgabe besteht darin, in die wenigen Kalorien, die wir essen möglichst viele gesunde Vitalstoffe reinzupacken.

Kinderernährung muss heute anders sein

https://www.schnabel-auf.de/vitalstoffe/Und mit jeder Nussecke und mit jeder Butterbreze wird der Raum für wichtige vitalstoffreiche Lebensmittel weniger. Genau deshalb ist es ja so wichtig, schon Euren Kindern die Lust an gesunden Lebensmitteln beizubringen.

Und dafür sollten wir alle Tricks nützen. Denn sonst überlisten uns unsere Steinzeit-Gene mit ihren Belohnungstricks. Und auch wenn es manchmal schwierig ist – Eure Kinder lernen an Eurem Beispiel am meisten. Also seid ein Vorbild. Ihr könnt dazu gerne nochmal diesen Artikel lesen. Vielleicht trägt dieses Gedankenspiel ein wenig dazu bei, Euch beim gemeinsamen Essen mit Euren Kindern zu helfen, selbst nicht auf Eure Steinzeit-Gene hereinzufallen.

 

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